Wir sollen wissen, dass wir nicht erhört werden, wenn wir viele Worte machen, sondern wenn wir in Lauterkeit des Herzens und mit Tränen der Reue beten. (BR 20,3)

   GEBET DER MöNCHE

… der Mensch steht aufrecht weder durch seinen Reichtum, noch durch seine Weisheit, noch durch seine Kraft. Was also hält ihn aufrecht? Sein Gebet. (Midrash  Tehillim, 142,1)

Seit seiner Gründung wird Praglia von einer Mönchsgemeinschaft bewohnt, die hier im Gefolge Christi unter der Führung des Evangeliums und nach der Regel des Hl. Benedikt von Nursia (490-560) leben. Jeden Tag widmen sich die Mönche mit der Hilfe Gottes dem Opus Dei, der Lectio Divina und der Arbeit. Mit dem Opus Dei – der gemeinschaftlichen Feier der Stunden-Liturgie und der Eucharistie – würdigen die Mönche die absolute Vorrangstellung Gottes und die ewige Aktualität seines Heilswerks. In der Lectio divina treten sie in einen persönlichen und fruchtbaren Kontakt mit dem Wort Gottes, das sie über das Anhören, das Meditieren und das Beten zu ihrem eigenen machen. Mit ihrer Arbeit (Hand-, Handwerks-, Verlags- oder Denkarbeit) tragen die Mönche täglich  zur Unterstüzung der Gemeinschaft, zur Wartung des Klosters und zur Armenpflege bei. All dies geschieht im Kontext eines ständigen und brüderlichen Lebensmitfühlens, in der gegenseitigen  Mithilfe, im Gehorsam gegenüber der Regel des Hl. Benedikt und dem Abt, der im Kloster Stellvertreter Christi ist.



Das Anhören der Worte Jesu Christi ist die Wurzel und die Grundlage des christlichen Lebens. Indem wir in  seinen Worten verweilen, schlagen wie einen zum Gottvater führenden Weg ein, wir entdecken  die uns freimachende Wahrheit, und wir öffnen  uns dem frohen Leben.

Das Wort Christi anhören bedeutet, dem Gekreuzigten auf seinem österlichen Wege zu folgen, auf dem das dem Evangelium Gehorchen zunehmend zum einzigen Maße für unser Denken und Handeln wird. Dieses Leben unter der Führung des Evangeliums stellt auch den Kern des Erlebnisses des Hl. Benedikt (Norcia, um 490 – Montecassino, um 560) und seines fruchtbaren geistigen Erbes dar.

Die Regel des Hl. Benedikt gibt einen Glaubensweg vor, auf dem sich der Gehorsam der Mönche bei der Anhörung des göttlichen Wortes (Lectio Divina), bei der Zelebration der Liturgie (Opus Dei), bei der täglichen Arbeit (Opus Manuum) und beim gegenseitigen Dienst mit Weisheit ausdrückt: daraus entsteht eine brüderliche Gemeinschaft, die als Ursprung und als Vollendung die Liebe Gottes hat.


Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens. (Jon 6, 68)
 
 
 
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