Wer diese meine Worte hört und danach handelt, ist wie ein kluger Mann, der sein Haus auf Fels baute. (Mt 7, 24)

   dIE BIBLIOTHEK (XVI. jahrhundert)

Nimm das Buch in deine Hände, um es zu lesen, wie der gerechte Simeon das Jesuskind in seine Arme nahm, um es zu tragen und zu küssen. Nachdem du das Buch gelesen hast, schlisse es und danke für jedes Wort aus dem Munde Gottes: den du hast einen Schatz gefunden, der im Acker Gottes verborgen war. Den Schatz den Kirche muss man also vor jedem Schmutz bewahre. Er wurde von heiligen Lehrern hervorgebracht, von tüchtigen Schreibern kopiert und gesammelt, geschenkt von Gott, und viele zu trösten.

(Thomas von Kempen, Doctrinale iuvenum, 5)

Von der Nordseite des Dachkreuzgangs aus kommt man in den „Saal des gemeinsamen Feuers“, in dem sich einstmals die Mönche vor einem großen Kamin versammelten. Seit 1953 wird dieser Raum mit seinen etwa 120.000 Büchern als Lesesaal und als Nationalbibliothek benutzt.

Über eine breite, aus dem 18. Jahrhundert stammende Treppe, gelangt man in die alte Bibliothek.

Ein Portal im Renaissancestil führt in einen großen Saal mit Kassettendecken, auf der noch 15 Bilder von Giovanni Battista Zelotti sichtbar sind. Die in Refektorium befindlichen weiteren nein Bilder des gleichen Malers schmückten vor 1768 die heutigen Regalwände. Der Bilderzyklus ist eine bedeutende Darstellung der Kristlichen Weisheit, die als Gottesgeschenk und als Ausdruck der Lebenskunst nach dem göttlichen Heilspan verstanden ist.



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