Wer diese meine Worte hört und danach handelt, ist wie ein kluger Mann, der sein Haus auf Fels baute. (Mt 7, 24)

   DER KAPITELSAAL (1490 -1550)

Sooft etwas Wichtiges im Kloster zu behandeln ist, soll der Abt die ganze Gemeinschaft zusammenrufen und selbst darlegen, worum es geht.(BR 3,1)

In diesem Saal traf sich die Klostergemeinschaft schon immer zur täglichen Vorlesung  eines Kapitels der Benediktinerregel, das gewöhnlich vom Abt kommentiert wurde. Bei dieser Gelegenheit hatten die Mönche – nach ihren ewigen Gelübden – das Recht, sich über die wichtigsten Fragen des Klosterlebens zu äuβern. Auf diese Weise entstand der italienische Ausdruck „avere voce in capitolo“ – Stimme in Kapitel / etwas zu sagen haben.

In diesem Saal beginnt offiziell der mönchische Weg mit der Zulassung zum Noviziat: ein Weg, der mit der Bestattung in der Klostergruft (sepolcreto) endet.

Dieses Thema wird auf der hinteren Wand des Saals durch die Grablegung Christi in einem Fresko von Girolamo Tessari (um 1520) – „Dal Santo“ genannt – illustriert. An den beiden Seiten dieses Freskos sind der Hl. Benedikt mit seiner Regel und die Jungfrau und Märtyrerin Justina dargestellt.

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