Darum wollen wir uns seiner Unterweisung niemals entziehen und in seiner Lehre im Kloster ausharren bis zum Tod. Wenn wir so in Geduld an den Leiden Christi Anteil haben, dann dürfen wir auch mit ihm sein Reich erben. (RB prol. 50)

   ANMERKUNGEN ZUR GESCHICHTE

Die Abtei von Praglia liegt 12 Kilometer von Padua entfernt, zu Füβen der Euganeischen Hügel und an einer sehr alten Straβe, die einst nach Este führte. Der Name der Abtei lehnt sich an die Ortsbezeichnung Pratalea (von Wiesen umgebene Ortschaft) an, die in mittelalterlichen Schriftstücken erwähnt wird. Nachstehend nur einige der wichtigsten Daten der beinahe tausendjährigen Geschichte von Praglia:

11.-12. Jahrhundert: Gründung des Klosters durch die mächtige, aus Vicenza stammende Grafenfamilie Maltraverso di Montebello.

1117: Die Mönchsgemeindschaft ist schon gegründet und von einem eigenen Abt geleitet.

1124: Papst Callixtus II. unterstellt die Gemeinde der berühmten, in der Nähe von Mantua gelegenen Abtei von Polirone. Dadurch gerät der Lebensstil im Kloster von Praglia in den Einflussbereich der Abtei von Cluny in Burgund.

1232: Kaiser Friedrich II. unterstellt dem Abt von Praglia die Grafschaft Brusegana, Tencarola, Villa del Bosco und Tramonte. Die Leitung dieser groβen Landgüter wird  den Mönchen zur Pflege anvertraut, und sie werden Pächter der drei „Höfe“ Brusegana, Praglia und Spirano.

1448: Die Gemeinde erlebt durch den Anschluss an die von der Abtei Santa Giustina in Padua geleitete Klosterreform eine Neugeburt. Infolgedessen kommt  die lange Zeit einer groβen Krise zum Ende, die in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts begonnen hatte.

1460: An der Stelle des ursprünglichen Klosters werden die Bauarbeiten des grandiosen Abteikomplexes, wie wir ihn heute sehen, begonnen (1460-1550). Im Baustil des Klosters werden Spätgotik und Frührenaissance auf gelungene Weise miteinander vereinigt.

1806-1810: Besetzung durch die Truppen Napoleons, Beschlagnahme der Güter und Aufhebung des Klosters.

1834: Am 7. Oktober wird die Klostergemeinschaft wiederbegründet. Es beginnt eine neue  wenn auch kurze Tätigkeits- und Friedenszeit.

1867: Am 7. Juni wird das Kloster infolge der Gesetzgebung der Savoyer, die eine Aufhebung von Religionsgemeinschaften vorsieht und nun auch auf die Lombardei und den Veneto angewandt wird, zum zweiten Male aufgehoben. Die Klostergemeinschaft siedelt nach Daila (Cittanova) in Istrien um, das damals zum Österreichisch- Ungarischen Reich gehörte.

1904: Am 26. April kehren die Mönche nach Praglia zurück, um sich entsprechend der Regel des Hl. Benedikt einem durch Gebet und Arbeit geprägten Leben zu widmen.


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